Schnorr: Deutscher Mathe-Professor neues Herz für Bitcoin

03-07-2021

Deutsche Gründlichkeit kommt ins Herz von Bitcoin. Wie dem sei? Bitcoin ist natürlich schon längst eines der gründlichsten Projekte der Menschengeschichte aber bald wird es noch viel besser. Die "Taproot" soft-fork ist in aller Munde aber nur die Kenner wissen das die Schnorr-Verschlüsselung ein Kernstück ist bei diesem Update.

Wir Reden hier von dem in 2011 emeritierten Matheprofessor Claus-Peter Schnorr (1943). Der hat in den achtziger Jahren eine Technik für kryptographische Signaturen entwickelt und gleich Patentiert. Über diese Patente gab es viel Ärger aus den Reihen der Cypherpunks die natürlich open source umarmen und Eigentumsrechte ablehnen. Hier kann man diese Geschichte ins Detail nachlesen. In 2008 liefen die Patente ab aber für Satoshi Nakamoto war das gerade zu spät um diese Technologie noch einzubauen in der ersten Bitcoin source code die Anfang 2009 freigegeben wurde.

Bald aber wurden Stimmen laut um diese verpasste Möglichkeit doch noch wahrzunehmen. Bitcoin ist ja ein offenes Projekt. Nur bedarf es 90% Zustimmung der Miner damit eine Neuerung als soft-fork übernommen wird. Soft-fork heisst dass die Community nicht spaltet wie damals etwa beim Krieg um die Blockgrösse die endete mit dem Hard-Fork von Bitcoin Cash. Und jetzt so viele Jahre Später ist es soweit und wird mit dem Taproot update der Bitcoin Software wird die weniger starke ECDSA-Lösung ersetzt durch die immer schon bessere Lösung von Schnorr.

Damit man mal sieht wie so etwas geht, hier ober der Moment als Peter Wuille den Schnorr BIP (Bitcoin Improvement Proposal) einreichte und besprach auf einer Konferenz Ende Januar 2018. Zu dem Zeitpunkt erlebte Bitcoin einen damals noch gravierender Crash als heute. Man sieht wie die Entwickler sich von so was überhaupt nicht beirren lassen und einfach mit Leidenschaft für die Technologie weiter bauen.

Dann war es am 12. Juni 2021 endlich so weit das die erforderliche 90% Mehrheit für Taproot inklusive Schnorr Signatur erreicht wurde. Geholfen hat dabei dass man vorher bereits das sogenannte “Speedy Trial” implementiert hatte. Dabei handelt es sich um ein Update, das Minern gewährt, zusätzliche Daten in geschürfte Blöcke einzubinden und damit ihre Unterstützung für Taproot zu signalisieren. Jetzt ist Taproot “eingeloggt” und wird es unvermeidbar bei Block 709.632 aktiviert. Das ist voraussichtlich Mitte November dieses Jahres der Fall.

Aus dem Artikel von Lucas Nuzzi auf Medium.com haben wir noch einleuchtende 3 Schemen übernommen die Zeigen warum und wie die Schnorr Signatur anders ist. In dem Artikel erklärt Nuzzi auch warum gerade diese Technologie auch die Lösung ist für den Schutz der Privatsphäre im Bitcoin Blockchain. War es bei ECDSA immer noch möglich auf einzelne Wallets zu schliessen bei Transaktionen ist dies mit Schnorr nicht mehr möglich. Vor allem wenn die Mehrheit der Zahlungen über Lightning läuft und nur aggregiert verschlüsselt auf die Bitcoin Blockchain verankert wird.

David Scheider hat in einem Artikel auf BTC-Echo auch erläutert wie Taproot mit Schnorr die Privacy besser Schützt. Bitcoin Guru Balaji Srinivasan behauptet slicht dass komplette Abschirmung der Privatsphäre also ohne das jetzt noch auf Kryptobörsen erforderliche KYC (Know Your Customer) dass einzige und höchste Ziel ist mit Bitcoin. Dies im Gegensatz zu jene Verschwörungstheoretiker die behaupten dass Bitcoin überhaupt nur ein Projekt der Geheimdienste ist um letztendlich alles Bargeld abzuschaffen und alle ausgaben von jedermann immer zu wissen.

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